| Peter Sperlich: Was ist der instabus ® EIB ? Ich möchte hier eine kurze Einführung für "Häuslebauer" geben. Also nicht über "Sensoren", "Aktoren" und "Gruppenadressen" reden bzw. schreiben (Siehe EIB-Lexikon oder "Erklärung für die Elektrofachkraft"). Diese Begriffe interessieren die Elektrofachkraft (neudeutsch für Elektriker oder Elektroanlageninstallateur). Instabus ist ein geschützter Begriff der "EIB-Erfinder-Firmen" Berker, Gira, Jung, Merten und Siemens und setzt sich aus zwei Wörtern zusammen: "insta" = installation und "bus"= Bussystem EIB ist die Abkürzung für "European Installation Bus". Seit der globalen Normung auch "Electrical Installation Bus" genannt. Diese Begrifflichkeit übersetzt bedeutet wörtlich: Elektrischer Installations-Bus. Soweit hierzu. Was ist nun der BUS? Und was hat ein Bus mit der Elektroinstallation zu tun? Jeder von Ihnen hat schon einmal Bekanntschaft mit einem BUS gemacht! Und geht sogar täglich damit um. Wo? Im AUTO! Welches Auto fahren Sie? Besser welches Baujahr? Neueren Datums? Besitzt es einen sog. "Bordcomputer"? JA? Dann hat ihr Auto einen BUS! Noch nichts gemerkt? Hat Ihnen der Autoverkäufer damals nicht gesagt? FRECHHEIT! :-) Um Ihnen den BUS zu erklären muss ich etwas ausholen: Also, wir nehmen jetzt einmal an Sie haben ein Auto neueren Datums. Sagen wir Baujahr '99. Das Fahrzeug ist konkret ein BMW 318i - und besitzt einen Bordcomputer - und noch viel mehr: - elektrische Fensterheber - Zentralverriegelung mit Fernbedienung - Servolenkung - elektrisches Schiebedach - elektrische (evtl. beheizbare) Außenspiegel - getönte Scheiben - Radio und CD-Player mit RDS (Radio Durchsagen Service) - ABS (Anti-Blockier-System) - elektrische Sitzverstellung mit Memory - Innenspiegel automatisch abblendend - ESP - GPS (Satelliten-Navigations-System) - elektronische Wegfahrsperre - Klima-Anlage - Außen-temperaturanzeige - und Bordcomputer (Quelle http://www.gebrauchtwaren.de/eintraege/bmw.html) Also um mal gleich was klarzustellen: Wer glaubt der Bordcomputer steuert die gesamte Elektronik im Auto, der liegt komplett falsch! Der Bordcomputer sagt der Zündung nicht, wann die Zündkerze das Benzin-Gemisch entzünden soll. Das macht die Zündelektronik ganz allein. Die Zündelektronik meldet dem Bordcomputer nur, wenn an ihr irgendwas nicht in Ordnung ist. Auch lässt der Bordcomputer nicht das Birnchen des hinteren rechten Blinklichtes aufleuchten. Das Display des Bordcomputers meldet nur dann etwas vom Blinklicht, wenn das Birnchen defekt ist! Warum ich Ihnen das klar machen möchte? Ganz einfach: 1.Im Auto existiert genauso wenig ein zentraler Computer, der das "Auto" steuert wie beim "intelligenten Haus" mit instabus®EIB! 2.Die einzelnen Komponenten (Motorelektronik, Klimaanlage, GPS usw.) arbeiten selbstständig (autark). Beim instabus®EIB ist das genauso! 3.Im Auto werden die Informationen von einer Elektroniksteuerung zu einer anderen auch auf einem BUS weitergeleitet. Nur spricht man beim Fahrzeugkauf nicht davon. Wie viel Zeit verbringen Sie in Ihrem Auto? Also ich fahre täglich 20 Minuten zur Arbeit und die gleiche Zeit wieder zurück. Manchmal länger, wenn ich etwas erledigen oder einkaufen muss. Ein kleines Rechenbeispiel: Nach der Zeitschirft "ADAC-Motorwelt" (Heft 11, November 2000, Seite 42) verbringt ein Autobesitzer durchschnittllich 270 Stunden jährlich im Auto. 270 Stunden! Hört sich viel an. Aber berechnen wir daraus die durchschnittliche Fahrzeugnutzung pro Tag: 270 Std/Jahr geteilt durch 365 Tage/Jahr ergibt sich eine Fahrzeugnutzung von 0,74 Std/Tag. In Minuten umgerechnet also etwa 45 Minuten pro Tag (bei 365 Tagen/Jahr). Wie lang bin ich täglich im Haus? Wie lang hält sich Ihre Familie zu Hause auf? 10 Stunden? Länger? Wenn ich mich im Haus 10x länger aufhalte, warum ist dann beim Kauf eines Fahrzeugs die Aus-stattung und der damit verbundene Komfort ausschlaggebender, als beim Kauf oder Bau eines Wohnhauses? Stellen Sie sich vor sie könnten sich den gleichen Komfort ins Haus bauen den Sie in Ihrem Auto genießen. Und Sie könnten damit auch noch Energie und somit Kosten sparen; denn Benzin wird wöchentlich teuerer - Heizöl wird teuerer - Gas wird teuerer. Kleine Beispiele zum Energiesparen: 1. Machen Sie, wenn Sie ein Zimmer lüften die Heizung aus? Mit instabus® EIB ginge das auto-matisch. 2. Schalten Sie die Heizung ab, wenn Sie ihr Haus als Letzter verlassen? Der instabus®EIB erkennt Ihre Abwesenheit automatisch. 3. Können Sie Ihre Heizung per Telefon ein- und ausschalten? Ich wiederhole mich: Der instabus® EIB kann das! 4. Wie oft sind Sie schon zum Haus zurück gefahren, weil Sie dachten das Licht, den Herd oder das Bügeleisen nicht ausgeschaltet zu haben? Mit instabus®EIB könnten Sie das per Telefon oder Handy leicht abfragen. Und das ist keine Zukunftsmusik, wie in den "Medien" (siehe Wohnbau mit EIB) oft genannt, sondern seit Jahren Realität! Sie wussten das nicht? Keine Bange! Wenn Sie noch in der Planung Ihres Hauses sind, ist das kein Problem. Das Zauberwort für moderne Bauherren heißt heute "Intelligentes Haus". Lange Zeit veränderte sich lediglich die Architektur der Gebäude. Verglichen mit der technischen Entwicklung in der Automobilindustrie (Bordcomputer, GPS, elektronische Wegfahrsperre, Alarmanlage, Autotelefon, elektrische Fensterheber usw.) blieb die Elektroinstallation in Wohnhäusern auf dem Stand von 1950 stehen. Von vielen Häuslebauern unbemerkt, bahnte sich seit 10 Jahren eine technische Revolution im Bauwesen an: Das Stichwort heißt Europäischer-Installations-Bus (EIB). Um ein Gebäude "intelligenter" zu machen, wird statt der klassischen Elektroinstallation mit zahlreichen Leitungen dieses herstellerunabhängige Bussystem installiert. Über dieses System "kommunizieren" die im Haus gebräuchlichen "Gewerke" Beleuchtung, Jalousie, Heizung, Klima und Alarmsystem. Weltweit entwickeln und produzieren über 120 Hersteller verschiedenste Geräte für dieses Bussystem. (siehe Hersteller und PDBs) Diese Thematik findet ihr perfektes Einsatzgebiet in Niedrig-Energie-Häusern. Denn mit dem EIB können alle technischen Abläufe im Gebäude gesteuert werden. Ein Tastendruck und schon fahren sämtliche Rollläden nach oben oder unten. Gleichzeitig werden alle nicht benötigten Beleuchtungen und Verbraucher abgeschaltet, die Heizungsvorlauftemperatur geht auf "Standby" und die Alarmanlage schaltet sich ein. Und das kann alles über jedes Festnetztelefon oder Handy gesteuert oder kontrolliert werden. Die Möglichkeit diese Gebäudefunktionen über das Internet rund um die Welt zu steuern und zu kontrollieren sind ebenfalls mittlerweile Standard. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass das System jederzeit unkompliziert den Bedürfnissen der Bewohner angepasst werden kann. Ohne lästigen Schmutz oder hohe Kosten zu verursachen, wie dies in der "alten" Elektroinstallation der Fall ist. © 2000 Verlag Technik - mit freundlicher Genehmigung Copyright Peter Sperlich 2000 alias PeterPan Gebäudesystemtechnik ist die Bezeichnung, hinter der sich eine Fülle verschiedener Disziplinen verbirgt: Die Architektur, als Voraussetzung für die Planung eines Gebäudes. Die Elektrotechnik, ohne die so gut wie nichts funktioniert. Die Kommunikationstechnik, die eine Verständigung zwischen Menschen und Maschinen möglich macht. Der Maschinenbau, der diese Maschinen liefert. Die Informatik, ohne die programmgesteuerte Abläufe kaum denkbar sind. Die Ökonomie, denn der Aufwand soll auch wirtschaftlichen sein. Der Umweltschutz oder soziale Aspekte, man denke nur an Energieeinsparung bzw. an behinderten- oder altengerechte Gebäude. |
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